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Der Protestantismus ist für Fromm eine Reaktion auf die Bedürfnisse entwurzelter, angsterfüllter Menschen und ist selber zu einem wichtigen Faktor bei der weiteren ökonomischen Entwicklung geworden. Fromm beschreibt, wie die weitere Entwicklung der kapitalistischen Gesellschaft die Charakterzüge des Menschen in gleicher Richtung formte, die sie in der Reformationszeit eingeschlagen hatte. Die seit dem Ende des Mittelalters stattfindende ambivalente Entwicklung der Freiheit setzt sich fort. Mit der Freiheit von traditionellen Bindungen hat der Mensch ein Gefühl von Unabhängigkeit gewonnen, gleichzeitig sind Gefühle von Vereinsamung und Isolation gewachsen. Der heutige Mensch ist vom "dialektischen Charakter des Prozesses der zunehmenden Freiheit" betroffen. Er wird unabhängiger, kritischer und verläßt sich mehr auf sich selbst. Andererseits wird er auch isolierter, einsamer und ängstlicher. Die negative Seite der Freiheit ist nach Fromm schwerer zu erkennen als die positive. Man konzentriert sich auf die alten Formen von Autorität und bekommt so das Gefühl, mit der Beseitigung der traditionellen Zwänge immer freier zu werden. Fromm betont dagegen die Bedeutsamkeit neuartiger Bedrohungen der Freiheit, die gerade deshalb zunehmen, weil wir sie nicht als Gefahr wahrnehmen. Fromm nennt in "Die Furcht vor der Freiheit" vor allem innere Faktoren, die die Verwirklichung der Freiheit verhindern. Er schreibt: "Wir sind von der Zunahme unserer Freiheit von Mächten außerhalb unserer selbst begeistert und sind blind für die inneren Zwänge und Ängste, die die Bedeutung der Siege, welche die Freiheit gegen ihre traditionellen Feinde gewonnen hat, zu unterminieren drohe." |
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