Entry: Die neue Trennung Wednesday, May 06, 2009




Was der Entwicklungskurve der Irren aber vielleicht ihren besonderen Stil gegeben hat, ist das Hinzukommen eines neuen Faktums, das die relative Stagnation der Zahlen erklärt, wenn man sie mit dem raschen Aufflammen der Angst, das ihr gleichzeitig ist, vergleicht. Was auf diesen Ziffern gelastet hat und unter Wahrung aller Proportionen die Zahl der in den alten Asylen eingeschlossenen Irren vermindert hat, ist die in der Mitte des achtzehnten Jahrhunderts erfolgte Eröffnung einer ganzen Reihe von Häusern, die ausschließlich dazu bestimmt waren, Geisteskranke aufzunehmen. Das ist ein ebenso plötzliches Phänomen wie die große Gefangenschaft des siebzehnten Jahrhunderts, ist aber noch mehr als jenes unbemerkt geblieben. Es ist jedoch von wesentlicher Bedeutung. Bereits 1695 hatte man in Aix ein Spital für die Geisteskranken eröffnet, jedoch unter der Bedingung, dass sie gefährlich und toll seien, was zur Genüge den rein repressiven Charakter auch dieser Institution anzeigt. Im achtzehnten Jahrhundert aber beginnt die Internierung in strikt für Irre reservierten Häusern sich regulär zu vollziehen. Die Brüder de Picpus haben ein Haus dieser Art in "Fontaine, campagne de Lyon", die Observantins in Manosque, die Filles de la Providence in Saumur. In Paris wurden ungefähr 20 private Häuser eröffnet, und zwar fast alle in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts; bestimmte sind ziemlich wichtig, wie zum Beispiel die berühmte Pension Belhomme, die 33 Personen aufnehmen kann, ebenso wie das Haus Bouquelon; die Pension Sainte-Colombe nimmt 28 Insassen auf, die Pension Laignel 29, die Häuser Douai und Du Guerrois ungefähr 20 Personen.

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